Lecker, leicht und wertvoll
Außer dem einmaligen Aroma, gibt es noch eine ganze Reihe von Gründen, Erdbeeren so oft wie möglich zu essen. Sie sind reich an Vitaminen (Provitamin A, B1, B2 und C) und Mineralstoffen. Wegen ihrem hohen Gehalt an Calcium, Natrium, Kalium, Phosphor und Eisen wurden sie früher sogar als Heilmittel gegen Gicht, Rheuma und Blutarmut eingesetzt. Auch heute noch werden Erdbeerkuren von der Naturmedizin gegen Gicht und Rheuma empfohlen.
Mit nur 33 Kcal./137 Kjoule pro 100g Fruchtfleisch sind Erdbeeren eine wirklich "leichte" Nascherei und deshalb auch ideale und willkommene Abwechslung in kalorienarmen Diäten.
Begehrt schon in frühester Zeit
Die kleine, sehr aromatische Walderdbeere ist seit jeher in Europa bekannt. Schon vor der Zeitwende haben die römischen Dichter Ovid und Vergil ihre Qualitäten gepriesen. Die heute bekannten Gartenerdbeeren stammen jedoch nicht von diesen europäischen Verwandten ab. Sie gehen vielmehr auf Importe aus Übersee im Mittelalter zurück. Französische Seefahrer brachten von ihren Weltreisen Ableger verschiedener Erdbeerpflanzen mit. Am Hof König Ludwigs 14. in Versailles wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts die kleine amerikanische Scharlach-Erdbeere mit großfruchtigen Pflanzen aus Chile gekreuzt. Daraus entstanden im Laufe der Zeit die heute bekannten Sorten. Auf Umwegen über Holland und England kamen die ersten Gartenerdbeeren 1751 in die Hofgärten König Georgs 2. von Hannover. Aber erst 1840 begann man in der Nähe von Baden-Baden mit dem erwerbsmäßigen Anbau in Deutschland.
Fast überall in Deutschland zuhause
Die sonnigen Lagen und die trockenen, eher steinigen Böden haben Baden-Württemberg seitdem zum größten Erdbeer-Anbaugebiet in Deutschland gemacht. Auf Platz Zwei steht Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Niedersachsen auf dem dritten Platz. Angebaut werden Erdbeeren aber auch in vielen anderen Regionen in der Bundesrepublik z.B. in Bayern, Hessen, Pfalz und Schleswig-Holstein.
Überwältigende Vielfalt
Den Erfolgen unermüdlicher Züchter ist es zu verdanken, dass mittlerweile mehr als 1000 Erdbeersorten entstanden sind. Sie unterscheiden sich in Form, Farbe, Größe und natürlich durch ihren Geschmack. Aber auch Eigenschaften wie Lager- und Transportfähigkeit spielen für die Züchter eine große Rolle. Das kommt dem Verbraucher zugute : Die Früchte bleiben länger frisch und aromatisch.
Die Sorte bestimmt die Saison
Dank der Züchtererfolge und Anbaumaßnahmen können von Mitte Mai bis Oktober frische Früchte vom Feld geerntet werden. Im Treibhaus beginnt die Saison sogar schon im März und April. Damit sind die Erdbeeren der erste Vorgeschmack auf den Sommer.
Entsprechend ihrer Erntezeit werden die Erdbeersorten in 4 Gruppen eingeteilt.
- Frühe Sorten:Honeoye, Clery
- Mittelfrühe Sorten: Elsanta, Sonata, Darselect, Lambada
- Mittelspäte Sorten: Symphony
- Späte Sorten: Yamaska, Florence
- Remontierende (zweimal blühende) Sorten: Selva, Everest, Seascape, Diamante.
Richtig Einkaufen und Zubereiten
Jede Erdbeersorte hat ihr eigenes Aroma. Und nicht immer schmecken gerade die größten, schönsten Früchte auch am besten. Deshalb: Probieren lohnt sich! Auf jeden Fall darauf achten, dass die Kelchblätter frisch und grün sind. Dann sind auch die Früchte frisch.
Erdbeeren immer möglichst vorsichtig transportieren. Am besten geeignet ist ein flacher Korb. In Tüten oder Taschen werden die Früchte leicht gedrückt, auch wenn sie bereits in Schalen abgepackt sind.
Erdbeeren stets sofort verbrauchen, sonst leidet das feine Aroma. Vor dem Verzehr sollten die Erdbeeren nur kurz abgebraust oder vorsichtig in einer Schüssel mit Wasser gewaschen werden. Ein harter Wasserstrahl kann die Früchte verletzen. Sie verlieren Saft und Aroma. Aus dem gleichen Grund werden Stiele und Blätter auch erst nach dem Waschen abgezupft.
Früchte immer erst kurz vor dem Servieren zuckern. Sonst ziehen sie zuviel Saft und werden weich.
Werden die Erdbeeren mit anderen Zutaten kombiniert, so werden diese zunächst fertig zubereitet und gewürzt. Die frischen Früchte werden zuletzt zugegeben, damit sie möglichst lange frisch bleiben.
Qualität richtig erkennen
Deutsche Erdbeeren erfüllen besonders strenge Qualitätsnormen. Sie werden sorgfältig gepflückt und tagesfrisch vermarktet.
Grundsätzlich kommen die Früchte mit Kelch und kurzem, frischem, d.h. nicht vertrocknetem Stiel, auf den Markt. Die Erdbeeren müssen sauber, dürfen jedoch nicht gewaschen sein, weil das die Haltbarkeit vermindern würde.
Die Güteklassen
- Extra: Früchte, die in Bezug auf Reifegrad, Färbung und Größe besonders gleichmäßig und regelmäßig sind.
- Klasse 1: Hier werden leichte Formfehler und kleine weiße, also unreife Stellen akzeptiert.
- Klasse 2: Früchte mit Form- und Entwicklungsfehlern sowie weißen Stellen bis zu einem Fünftel der Oberfläche.
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